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Photovoltaik Ratgeber

Januar 26, 2026

PV Bestandsanlage kaufen

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Eine PV Bestandsanlage kaufen ermöglicht den Einstieg in erneuerbare Energien ohne kostenintensiven Planungs- und Bauaufwand. Denn bestehende Anlagen produzieren bereits nachhaltig Strom und damit auch Einnahmen, was zu ihrer Attraktivität beiträgt.

📋 Inhaltsverzeichnis

Sicher investieren mit Bestand

Der Kauf einer PV Bestandsanlage ist für viele private, gewerbliche und institutionelle Anleger eine attraktive Möglichkeit, in erneuerbare Energien zu investieren, ohne bei null beginnen zu müssen. Statt eine neue Photovoltaikanlage aufwendig zu planen, Genehmigungen einzuholen und Bau- sowie Lieferzeiten in Kauf zu nehmen, wird eine bereits bestehende Anlage übernommen, die schon Strom produziert und Einnahmen erwirtschaftet. Genau dieser Aspekt sorgt dafür, dass PV Bestandsanlagen seit Jahren stark nachgefragt sind.

Gleichzeitig ist der Kauf einer bestehenden Photovoltaikanlage komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Technischer Zustand, Vertragslage, Restlaufzeiten und wirtschaftliche Kennzahlen müssen sorgfältig geprüft werden. Dieser Beitrag bietet einen umfassenden Überblick darüber, was eine PV Bestandsanlage ausmacht, welche Vorteile und Risiken bestehen und worauf zu achten ist, um eine fundierte Kaufentscheidung zu treffen.

Was bedeutet „PV Bestandsanlage“?

Eine PV Bestandsanlage ist eine Photovoltaikanlage, die bereits errichtet, ans Stromnetz angeschlossen und seit einiger Zeit in Betrieb ist. Sie hat also schon Strom erzeugt, Einnahmen generiert und mehrere Abrechnungszeiträume durchlaufen. Dadurch liegen reale Ertragsdaten vor, die eine verlässliche Einschätzung der Leistungsfähigkeit ermöglichen. In den meisten Fällen handelt es sich um Dachanlagen auf Wohnhäusern, landwirtschaftlichen Gebäuden oder Gewerbeimmobilien. Auch größere Freiflächenanlagen können als Bestandsanlagen gehandelt werden, sind jedoch seltener im privaten Markt zu finden. Mit dem Kauf der Anlage gehen in der Regel nicht nur die technischen Komponenten wie Module, Wechselrichter und Unterkonstruktion auf den neuen Eigentümer über, sondern auch bestehende Rechte und Pflichten, etwa aus Einspeisevergütungen, Dachpacht- oder Wartungsverträgen.

Welche Arten von PV Bestandsanlagen sind auf dem Markt verfügbar?

· Dachanlagen auf Wohngebäuden (Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser)

· Gewerbliche Dachanlagen (Hallen, Logistikzentren, Bürogebäude)

· Landwirtschaftliche Dachanlagen (Ställe, Scheunen, Lagerhallen)

· PV-Freiflächenanlagen (Konversions- oder Sonderflächen)

· Große Investorenanlagen (100 kWp bis MW-Bereich)

Warum eine PV Bestandsanlage kaufen?

Der wichtigste Grund für den Kauf einer PV Bestandsanlage ist die hohe Planungssicherheit. Während bei neuen Anlagen Erträge oft auf Basis von Simulationen berechnet werden, liegen bei Bestandsanlagen echte Produktionszahlen vor. Käufer können nachvollziehen, wie viel Strom die Anlage tatsächlich erzeugt, wie sich Wetter, Standort und Ausrichtung auswirken und welche Einnahmen realistisch zu erwarten sind. Ein weiterer Vorteil ist der sofortige Einstieg. Nach der Übernahme der Anlage fließen in der Regel umgehend Einnahmen aus Einspeisevergütung oder Direktvermarktung. Lange Vorlaufzeiten, Bauverzögerungen oder Genehmigungsrisiken entfallen vollständig. Für Investoren, die Kapital schnell produktiv einsetzen möchten, ist das ein entscheidender Pluspunkt.

Zudem gilt bei PV Bestandsanlagen kaufen, dass ein Erwerb oft risikoärmer ist. Technische Schwächen oder Installationsfehler zeigen sich meist in den ersten Betriebsjahren. Ist die Anlage bereits mehrere Jahre stabil gelaufen, sinkt die Wahrscheinlichkeit grundlegender Probleme deutlich.

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Wirtschaftlichkeit und Rendite einer PV Bestandsanlage

Die Wirtschaftlichkeit einer PV Bestandsanlage hängt von mehreren Faktoren ab. Zentrale Rolle spielen der Kaufpreis, die Höhe der laufenden Einnahmen und die verbleibende Restlaufzeit der Vergütung. Viele ältere Anlagen profitieren noch von historisch hohen Einspeisevergütungen, die über 20 Jahre ab Inbetriebnahme gesetzlich garantiert sind.

Dem gegenüber stehen laufende Kosten wie Versicherung, Wartung, Betriebsführung und gegebenenfalls Pachtzahlungen für die Dachfläche. Da diese Kosten meist über Jahre angefallen sind, lassen sie sich gut abschätzen. Auch typische Instandhaltungsmaßnahmen, etwa der Austausch eines Wechselrichters nach zehn bis fünfzehn Jahren, können realistisch eingeplant werden.

Zu berücksichtigen ist außerdem der altersbedingte Leistungsabfall der Module. Photovoltaikmodule verlieren im Laufe der Zeit an Leistung, meist rund 0,5 Prozent pro Jahr. Dieser Effekt wirkt sich langfristig auf die Stromproduktion und damit auf die Einnahmen aus, dennoch sind nach 20 Jahren Betrieb in der Regel noch über 90 Prozent der Leistung gegeben.

Spartipp

Durch die Bündelung von Wartung, Fernüberwachung und Versicherung bei einem spezialisierten Anbieter lassen sich die laufenden Kosten größerer PV-Anlagen häufig senken. Gleichzeitig können Ausfälle früher erkannt und Ertragsverluste reduziert werden.

Risiken und Herausforderungen beim Kauf

So attraktiv eine PV Bestandsanlage sein kann, sie ist kein risikofreies Investment. Ein zentrales Risiko liegt im technischen Zustand der Anlage. Beschädigte Module, veraltete Wechselrichter oder mangelhafte Verkabelung können zu Ertragsverlusten oder unerwarteten Kosten führen. Eine fachliche Prüfung vor dem Kauf ist daher unverzichtbar.

Auch die Vertragslage birgt mögliche Risiken. Dachpachtverträge mit kurzer Restlaufzeit, unklare Regelungen zur Instandhaltung oder eingeschränkte Übertragbarkeit können die Wirtschaftlichkeit erheblich beeinträchtigen. Ebenso muss sichergestellt sein, dass Einspeisevergütungen oder Direktvermarktungsverträge rechtlich korrekt auf den neuen Eigentümer übertragen werden.

Ein weiterer Aspekt sind Garantien. Bei vielen Bestandsanlagen sind Herstellergarantien bereits abgelaufen oder nicht übertragbar. Das erhöht das finanzielle Risiko bei Defekten und sollte bei der Kaufpreisverhandlung berücksichtigt werden.

Zentrale Prüfkriterien beim Kauf einer PV-Bestandsanlage

Der Erwerb einer PV-Bestandsanlage erfordert eine sorgfältige Bewertung mehrerer technischer, wirtschaftlicher und rechtlicher Faktoren. Da die langfristige Rentabilität maßgeblich von bestehenden Rahmenbedingungen abhängt, ist eine strukturierte Prüfung aller relevanten Aspekte unerlässlich. Nur wenn Erträge, Kosten, Vertragslaufzeiten und der technische Zustand der Anlage transparent und nachvollziehbar sind, lässt sich das Investitionsrisiko realistisch einschätzen.

  • Ertragsdaten und tatsächliche Leistung der Anlage über mehrere Jahre
  • Technischer Zustand von Modulen, Wechselrichtern und Unterkonstruktion
  • Vertragslage bei Dachpacht, Einspeisevergütung und Wartungsvereinbarungen
  • Laufende Betriebskosten sowie absehbare Investitionen
  • Restlaufzeit der Einspeisevergütung und technische Lebensdauer der Anlage
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Ablauf des Kaufprozesses

Der Kauf einer PV Bestandsanlage folgt meist einem klaren Ablauf. Zunächst werden geeignete Angebote identifiziert, etwa über spezialisierte Plattformen, Makler oder direkte Kontakte zu Anlagenbetreibern. Anschließend erfolgt eine umfassende Prüfung der Anlage im Rahmen einer Due Diligence.

In dieser Phase werden technische Gutachten eingeholt, Ertragsdaten ausgewertet und alle relevanten Verträge geprüft. Auf dieser Basis lässt sich ein realistischer Kaufpreis bestimmen. Nach der Einigung werden Kauf- und Übertragungsverträge abgeschlossen und die Anlage offiziell auf den neuen Eigentümer umgeschrieben, inklusive Meldung beim Netzbetreiber und Versicherer.

Schlussfolgerung: Einordnung und Investitionseignung von PV-Bestandsanlagen

PV-Bestandsanlagen eignen sich insbesondere für Investoren, die Wert auf kalkulierbare Erträge, belastbare Leistungsdaten und einen zeitnahen Investitionsstart legen. Durch den bereits laufenden Betrieb lassen sich wirtschaftliche Kennzahlen realistisch bewerten, was die Planungssicherheit gegenüber Neuprojekten deutlich erhöht.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Investition ist jedoch die sorgfältige Analyse technischer, vertraglicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Werden diese Aspekte umfassend geprüft, kann eine PV-Bestandsanlage nicht nur stabile Einnahmen generieren, sondern zugleich einen nachhaltigen Beitrag zur langfristigen Energieversorgung und zur Energiewende leisten.

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