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Januar 14, 2026

EEG-Konto mit Milliardenplus

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Das EEG-Konto mit Milliardenplus: zum Jahresende 2025 wurde ein Überschuss von mehr als 1,5 Milliarden Euro ausgewiesen. Maßgeblich dazu beigetragen haben hohe Einnahmen aus der Vermarktung erneuerbaren Stroms, der staatliche Zuschuss sowie vergleichsweise stabile Ausgaben. Der positive Saldo stärkt die Finanzierung der EEG-Förderung, wirkt preisdämpfend auf den Strommarkt und schafft zusätzlichen Spielraum für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien.

Das EEG-Konto 2025 mit Überschuss – die Ursachen

Das EEG-Konto hat das Jahr 2025 mit einem Überschuss von mehr als 1,5 Milliarden Euro abgeschlossen. Hinter dem positiven Saldo steckt kein einzelner Sondereffekt, sondern ein Mix aus Vermarktungserlösen, Bundesmitteln und einer Förderkulisse, die im Vergleich zu den Krisenjahren besser planbar wirkte. Das Ergebnis fällt auch deshalb auf, weil das EEG-Konto in der Vergangenheit immer wieder ins Minus rutschte und dann mit zusätzlichen Zuführungen stabilisiert werden musste.

Nach den veröffentlichten Kontodaten summierten sich die Einnahmen im Jahr 2025 auf rund 17,8 Milliarden Euro. Die Ausgaben lagen bei etwa 16,3 Milliarden Euro. Daraus ergibt sich der Überschuss, der das Konto zum Jahresende auf einen Stand von rund 1,539 Milliarden Euro hebt. Für den Fördermechanismus bedeutet das vor allem: Die Finanzierung lief über das Jahr hinweg ohne Engpässe und ohne hektische Nachsteuerung.

Auf der Einnahmeseite sind Strommarkt und Bundeszuschuss zentrale Säulen

Die wichtigste Einnahmequelle bleibt die Vermarktung des nach EEG geförderten Stroms am Markt. Je höher die Erlöse am Spot- und Terminmarkt, desto größer der Anteil, den das Konto aus eigener Kraft zur Finanzierung der Förderung beiträgt. 2025 ließen sich die geförderten Mengen über weite Strecken des Jahres zu Preisen verkaufen, die das Konto sichtbar stützten. Das gelang trotz einzelner Phasen mit sehr niedrigen oder negativen Preisen.

Das zweite Standbein bilden Zahlungen aus dem Bundeshaushalt. Für 2025 flossen laut Kontodaten rund 16,5 Milliarden Euro als Bundeszuschuss auf das EEG-Konto. Dieser Mechanismus ersetzt seit dem Wegfall der EEG-Umlage den früheren Umlagebestandteil im Strompreis. In der Praxis sorgt der Zuschuss für Liquidität und verteilt Förderkosten breiter, weil sie nicht mehr ausschließlich über den Stromverbrauch finanziert werden.

Ausgaben: Marktprämie, Vergütungen und Abwicklung

Auf der Ausgabenseite stehen vor allem Zahlungen an Betreiber von Anlagen, die nach dem EEG Anspruch auf Förderung haben. Im Kern geht es um Marktprämien, die die Differenz zwischen Marktpreis und anzulegendem Wert ausgleichen, sowie um Einspeisevergütungen für Anlagen, die noch im festen Vergütungsregime laufen. Hinzu kommen Aufwendungen für Prognose, Bilanzierung und Vermarktung.

Wie hoch die Ausgaben ausfallen, hängt deshalb nicht nur vom Zubau erneuerbarer Energien ab, sondern stark von der Preisentwicklung am Strommarkt. Hohe Börsenpreise senken die notwendige Marktprämie, niedrige Preise erhöhen sie. 2025 lag die Belastung offenbar auf einem Niveau, das sich mit den Einnahmen gut decken ließ. Das kann sich in anderen Marktphasen schnell drehen, besonders dann, wenn starke Solar- und Windeinspeisung die Preise drückt.

EEG-Konto mit Milliardenplus als Planungssignal für Markt und Finanzierung

Ein positives EEG-Konto senkt die Stromrechnung nicht automatisch, weil es seit Wegfall der EEG-Umlage keinen direkten Mechanismus gibt, der eine Kontobilanz eins zu eins in einen Preisbestandteil übersetzt. Trotzdem liefert der Überschuss ein wichtiges Signal: Der Fördermechanismus arbeitet mit einer Reserve, die kurzfristige Marktbewegungen besser abfedern kann. Das reduziert das Risiko, dass der Bund unterjährig zusätzliche Mittel nachschießen muss, um Liquiditätslücken zu schließen.

Für Banken und Investoren zählt vor allem die Verlässlichkeit der Zahlungsströme. Wenn Auszahlungen an Betreiber planbar laufen, sinkt das Risiko in Finanzierungsmodellen. Für Projektierer wird zugleich sichtbarer, dass der Förderrahmen nicht nur politisch, sondern auch praktisch über das Jahr hinweg funktioniert.

Einordnung: Was der Kontostand über den Fördermechanismus verrät

Der Stand des EEG-Kontos eignet sich als Stimmungsbarometer für das System hinter der Förderung. Ein hoher Kontostand zeigt, dass Zuflüsse und Abflüsse im Jahresverlauf gut austariert waren und dass die Liquidität nicht an einzelnen Monaten hing. Für Betreiber zählt genau das, weil Marktprämien und Vergütungen nur dann ihre Wirkung entfalten, wenn sie pünktlich und ohne Unsicherheit fließen.

Gleichzeitig sollte man den Überschuss nicht mit einem Übermaß an Förderung verwechseln. Ein erheblicher Teil der Zuflüsse stammt aus dem Bundeszuschuss, der politisch gesetzt wird. Zudem schwanken die Vermarktungserlöse mit dem Markt. Der Überschuss ist daher eher als Puffer zu sehen, denn als ein dauerhaftes Guthaben, das sich beliebig verwenden lässt. Er hilft vor allem dabei, kurzfristige Abweichungen zwischen erwarteten und tatsächlichen Zahlungen auszugleichen.

Warum das Ergebnis kein Selbstläufer ist

Der Überschuss 2025 taugt nicht als Garantie für dauerhaft positive Salden. Das EEG-Konto reagiert empfindlich auf Preiszyklen: Sinkt das Strompreisniveau, steigen die Marktprämien, und die Ausgaben nehmen zu. Gleichzeitig können hohe Einspeisespitzen aus Solar und Wind die Börsenpreise drücken, was die Vermarktungserlöse reduziert. Ein Plus in einem Jahr kann deshalb in einem anderen Jahr schnell in ein Defizit kippen.

Dazu kommt, dass sich der Anlagenbestand und die Förderlandschaft weiter verändern. Neue PV- und Windanlagen erhalten häufig Zuschläge aus Ausschreibungen, deren Vergütungsniveau in den letzten Jahren eher rückläufig war. Das kann die durchschnittlichen Förderkosten senken. Gleichzeitig wächst die geförderte Strommenge, und Netzengpässe oder Abregelungen können Erlöse beeinflussen. Für die Kontobilanz bleibt deshalb entscheidend, wie gut Marktintegration und Infrastruktur mit dem Ausbau Schritt halten.

Ausblick: Reserve als Puffer, Systemumbau als Aufgabenpaket

Der Jahresabschluss 2025 liefert ein klares Zwischenfazit: Das EEG-Konto verfügt wieder über eine spürbare Reserve und schließt mit einem Überschuss, der in dieser Größenordnung Aufmerksamkeit verdient. Kurzfristig wirkt das stabilisierend, weil die Finanzierung der Förderung gesichert erscheint und Diskussionen über akute Liquiditätsrisiken an Bedeutung verlieren.

Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, ordnet die Entwicklung ein:

„Ein positiver Saldo im EEG-Konto schafft finanzielle Ruhe, ersetzt aber nicht die Notwendigkeit, das Stromsystem insgesamt weiterzuentwickeln.“

Genau hier verschiebt sich der Schwerpunkt für die kommenden Jahre. Der Fördermechanismus bildet nur einen Teil der realen Kostenstruktur ab; die wachsenden Herausforderungen liegen zunehmend in Netzausbau, Systemsteuerung, Speichern und flexibler Nachfrage. Halten diese Elemente mit dem Ausbau Schritt, lässt sich erneuerbarer Strom effizient integrieren und Preissignale können besser wirken. Bleibt der Systemumbau zurück, steigen Abregelungen, Preisschwankungen und der Finanzierungsbedarf außerhalb des EEG-Kontos.

Unterm Strich zeigt das Plus des Jahres 2025: Die Förderung steht finanziell solide da. Ob die Energiewende langfristig bezahlbar bleibt, entscheidet sich jedoch weniger am Kontostand als an der Fähigkeit, Erzeugung, Netze und Flexibilität systemisch zusammenzuführen.

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