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Mai 12, 2026

Strompreise um 25 Prozent senken mit mehr Solar- und Windkraft laut EU-Studie

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Solarpower Europe fordert einen schnelleren Ausbau von Solarenergie, Windkraft und Batteriespeichern in Europa. Laut einer neuen Studie könnten diese Maßnahmen Strompreise um 25 Prozent senken und gleichzeitig helfen, die Klimaziele für 2030 zu erreichen. Die Branche verlangt dafür schnellere Genehmigungen, moderne Stromnetze und höhere Investitionen in Speichertechnologien.

Solarpower Europe fordert schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien

Die europäische Energiepolitik steht unter Druck. Hohe Strompreise, ambitionierte Klimaziele und die starke Abhängigkeit von Energieimporten stellen Regierungen und Unternehmen vor große Herausforderungen. Besonders die Energiekrise der vergangenen Jahre hat gezeigt, wie anfällig Europas Energiemarkt für geopolitische Konflikte und steigende Gaspreise ist.

Auf dem „Solarpower Summit“ in Brüssel hat der Branchenverband Solarpower Europe deshalb ein neues Szenario vorgestellt, das mehrere Probleme gleichzeitig lösen soll: niedrigere Strompreise, mehr Versorgungssicherheit und das Einhalten der EU-Klimaziele bis 2030.

Kern der Studie ist ein schnellerer Ausbau von Photovoltaik, Windkraft und Batteriespeichern in Europa. Nach Berechnungen des Verbandes könnten die Stromkosten in der EU dadurch um bis zu 25 Prozent sinken. Gleichzeitig ließen sich die Klimaziele erreichen, die nach Einschätzung der Studienautoren aktuell gefährdet sind.

Besonders Solaranlagen gelten dabei als wichtiger Baustein der Energiewende, weil sie inzwischen zu den günstigsten Formen der Stromerzeugung zählen. Gleichzeitig fordert die Branche schnellere Genehmigungsverfahren, moderne Stromnetze und höhere Investitionen in Speichertechnologien, um die Energiewende in Europa deutlich zu beschleunigen.

Warum die aktuellen Ausbaupläne nicht ausreichen

Nach Angaben von Solarpower Europe wird Europa unter den derzeitigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bis 2030 voraussichtlich auf rund 574 Gigawatt installierte Photovoltaikleistung kommen. Das reicht laut der Studie jedoch nicht aus, um die Vorgaben des europäischen Green Deals und des „Fit-for-55“-Pakets einzuhalten.

Der Verband schlägt deshalb ein sogenanntes „Solar+“-Szenario vor. Dieses sieht einen deutlich schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien vor. Neben zusätzlichen Solaranlagen sollen auch Windparks und Batteriespeicher massiv ausgebaut werden. Besonders Speicher gelten als entscheidender Baustein der Energiewende, weil sie Schwankungen bei der Stromproduktion ausgleichen können.

Per Magnus Nysveen von Rystad Energy und Michael Schmela, Leiter der Marktforschung bei Solarpower Europe, warnten auf dem Summit davor, dass Europa beim Klimaschutz wertvolle Zeit verliert. Ohne zusätzliche Maßnahmen drohe die EU ihre Klimaziele für 2030 zu verfehlen.

„Der europäische Photovoltaik-Verband Solarpower Europe setzt dem ‚Weiter so‘ ein ‚Solar+‘-Szenario entgegen, um die EU-Klimaziele für 2030 einzuhalten. Diese seien nämlich in Gefahr“, so die einhellige Meinung von Per Magnus Nysveen, Co-Founder von Rystad Energy, und Michael Schmela, Leiter Marktforschung bei Solarpower Europe auf dem Solarpower Summit in Brüssel.

Mit dieser Botschaft richtet sich die Solarbranche direkt an die europäische Politik. Die Industrie fordert schnellere Genehmigungsverfahren, verlässliche Investitionsbedingungen und einen stärkeren Ausbau der Stromnetze.

Sinkende Strompreise durch mehr erneuerbare Energien

Die Studie argumentiert, dass erneuerbare Energien langfristig günstiger sind als fossile Kraftwerke. Solar- und Windanlagen verursachen nach ihrer Errichtung spürbar geringe Betriebskosten, da weder Kohle noch Gas eingekauft werden müssen.

Ein zentraler Effekt ist dabei die sogenannte Merit-Order am Strommarkt. Erneuerbare Energien mit niedrigen Grenzkosten verdrängen teurere fossile Kraftwerke aus dem Markt. Dadurch sinken die Preise an den Strombörsen. Bereits in den vergangenen Jahren hatte sich gezeigt, dass ein hoher Anteil erneuerbarer Energien die Großhandelspreise für Strom senken kann.

Die Energiekrise der vergangenen Jahre hat zudem verdeutlicht, wie stark Europa von internationalen Gaspreisen abhängig ist. Vor allem der starke Anstieg der Gaspreise nach geopolitischen Krisen führte zu erheblichen Belastungen für Haushalte und Unternehmen.

Die EU-Kommission setzt deshalb ebenfalls stärker auf erneuerbare Energien und den Ausbau der Stromnetze, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren.

Batteriespeicher werden zum Schlüssel der Energiewende

Neben Solar- und Windkraft rücken Batteriespeicher zunehmend in den Mittelpunkt der europäischen Energiepolitik. Sie sollen Stromüberschüsse speichern und in Zeiten hoher Nachfrage wieder ins Netz einspeisen.

Gerade in Zeiten negativer Strompreise oder hoher Solarproduktion können Speicher wirtschaftliche Vorteile bringen. Experten gehen davon aus, dass flexible Speichersysteme künftig eine zentrale Rolle für die Stabilität des europäischen Stromnetzes spielen werden.

Die Studie von Solarpower Europe fordert deshalb nicht nur neue Solaranlagen, sondern auch deutlich höhere Investitionen in Speichertechnologien. Ohne ausreichende Speicherkapazitäten könnten Netzengpässe und Preisschwankungen zunehmen.

Darüber hinaus müsse die europäische Infrastruktur modernisiert werden. Dazu gehören neue Stromleitungen, digitale Netze und grenzüberschreitende Verbindungen zwischen den Mitgliedstaaten.

Strompreise um 25 Prozent senken bedeutet wirtschaftlichen Vorteil für Europa

Der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien wird von der Branche nicht nur als Klimaschutzmaßnahme verstanden, sondern auch als wirtschaftspolitische Strategie. Europa könnte dadurch seine Abhängigkeit von Energieimporten reduzieren und gleichzeitig neue Arbeitsplätze schaffen.

Vor allem die Solarindustrie hofft auf eine stärkere industrielle Basis innerhalb Europas. In den vergangenen Jahren war ein großer Teil der Produktion von Solarmodulen nach Asien abgewandert. Mit neuen Investitionen und europäischen Förderprogrammen soll nun wieder mehr Wertschöpfung in Europa entstehen.

Auch die EU arbeitet an neuen Regeln für nachhaltige Solarmodule und transparente Lieferketten. Ab 2026 sollen strengere Vorgaben für den CO₂-Fußabdruck und die Recyclingfähigkeit von Photovoltaikmodulen gelten.

Branchenvertreter sehen darin die Chance, europäische Hersteller im internationalen Wettbewerb zu stärken.

Politik steht vor entscheidenden Jahren

Die kommenden Jahre gelten als entscheidend für die europäische Energiewende. Die EU hat sich verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 deutlich zu senken und langfristig klimaneutral zu werden.

Nach Einschätzung von Solarpower Europe ist dafür jedoch ein deutlich schnelleres Tempo notwendig. Neben Investitionen brauche es vor allem politische Verlässlichkeit. Unternehmen würden nur dann Milliardenbeträge investieren, wenn Genehmigungen schneller erfolgen und die regulatorischen Rahmenbedingungen stabil bleiben.

Die Branche fordert deshalb ein klares Signal aus Brüssel. Der Ausbau erneuerbarer Energien dürfe nicht länger durch bürokratische Hürden ausgebremst werden.

Fest steht: Die Debatte über die europäische Energiezukunft wird in den kommenden Monaten weiter an Bedeutung gewinnen. Die Kombination aus Klimaschutz, Versorgungssicherheit und sinkenden Stromkosten könnte dabei zu einem der wichtigsten politischen Themen in Europa werden.

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