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Mai 28, 2026

Mehr Freiraum für Großspeicher: Forderung der Energiebranche zur Baugesetzbuch-Novelle

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Die geplante BauGB-Novelle soll den Bau von Großbatteriespeichern im Außenbereich erleichtern. BDEW und VKU begrüßen den Vorstoß, fordern aber mehr Freiraum für Großspeicher, da die vorgesehene Privilegierung zu eng gefasst sei. Denn nach dem Gesetzentwurf dürfen Speicher nur innerhalb eines Radius von 200 Metern um Umspannwerke errichtet werden. Die Verbände fordern eine Ausweitung auf 500 Meter, um mehr geeignete Flächen zu erschließen und Investitionen zu beschleunigen.

BDEW und VKU drängen auf größere Abstände zu Umspannwerken

Die geplante Novelle des Baugesetzbuchs (BauGB) sorgt für intensive Diskussionen in der Energiebranche. Während die Bundesregierung den Bau von Großbatteriespeichern im Außenbereich erleichtern möchte, sehen Branchenverbände noch erheblichen Nachbesserungsbedarf. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sowie der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßen die grundsätzliche Stoßrichtung des Gesetzes, halten die vorgesehenen Regelungen jedoch für nicht weitreichend genug.

Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, unter welchen Voraussetzungen Großspeicher künftig privilegiert errichtet werden dürfen. Nach dem aktuellen Gesetzentwurf soll dies im Außenbereich möglich sein, wenn sich die Anlage in einem Umkreis von bis zu 200 Metern zu einem Umspannwerk befindet. Nach Ansicht der Verbände schränkt diese Vorgabe jedoch zahlreiche Projekte unnötig ein.

Speicher werden zum Rückgrat eines erneuerbaren Energiesystems

Mit dem starken Ausbau von Wind- und Solarenergie wächst auch die Bedeutung leistungsfähiger Stromspeicher. Großbatteriespeicher übernehmen eine zentrale Rolle bei der Integration erneuerbarer Energien in das Stromsystem. Sie speichern überschüssigen Strom und geben ihn bei Bedarf wieder ab. Dadurch können Lastspitzen ausgeglichen, Netzengpässe reduziert und die Versorgungssicherheit erhöht werden.

Experten sehen Speicher deshalb als unverzichtbaren Baustein der Energiewende. Je höher der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix ausfällt, desto größer wird der Bedarf an flexiblen Speicherkapazitäten. Viele Investoren und Energieunternehmen treiben daher derzeit neue Projekte voran.

200 Meter reichen aus Sicht der Branche nicht aus

BDEW und VKU argumentieren, dass geeignete Flächen häufig nicht direkt neben Umspannwerken verfügbar sind. Eigentumsverhältnisse, Naturschutzauflagen, bestehende Infrastruktur oder technische Anforderungen könnten die Standortwahl erheblich erschweren.

Die Verbände fordern deshalb, den privilegierten Radius auf 500 Meter auszuweiten. Ein größerer Suchraum würde Projektentwicklern mehr Flexibilität verschaffen und könnte Genehmigungsprozesse beschleunigen. Gleichzeitig ließen sich dadurch mehr Speicherprojekte wirtschaftlich umsetzen.

Aus Sicht der Branche ist dies notwendig, um den Ausbau der Speicherinfrastruktur an die Dynamik des Erneuerbaren-Ausbaus anzupassen.

Speicherbranche fordert praxistaugliche Rahmenbedingungen

Unterstützung erhält die Forderung auch aus den Reihen der Energiewirtschaft. So auch von Kerstin Andreae, der Vorsitzenden der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

„Großbatteriespeicher sind ein zentraler Baustein für die Integration erneuerbarer Energien und für die Stabilisierung des Stromsystems.“

Nach Ansicht der Branchenvertreter muss die BauGB-Novelle daher praxisnah ausgestaltet werden. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass Investitionen verzögert werden oder Projekte aufgrund fehlender geeigneter Flächen nicht realisiert werden können.

Zugleich verweisen Experten darauf, dass der Bedarf an Speicherkapazitäten in den kommenden Jahren deutlich steigen wird. Mit dem fortschreitenden Ausbau von Wind- und Solarenergie werden Großbatteriespeicher zunehmend benötigt, um Stromangebot und -nachfrage auszugleichen. Eine flexible Standortwahl gilt daher als wichtiger Faktor, um die Energiewende effizient und kostengünstig voranzutreiben.

Netzentgeltbefreiung bleibt wichtiger Standortfaktor

Positiv bewertet die Branche die geplante Fortführung der Netzentgeltbefreiung für Batteriespeicher. Diese Regelung gilt als wichtiger Baustein für die Wirtschaftlichkeit vieler Projekte.

Speicherbetreiber weisen seit Jahren darauf hin, dass Batteriespeicher Strom lediglich zeitweise aufnehmen und später wieder ins Netz einspeisen. Eine doppelte Belastung durch Netzentgelte würde zahlreiche Geschäftsmodelle erschweren. Entsprechend begrüßen viele Marktakteure die aktuellen Pläne der Bundesregierung.

Zusätzlich sehen viele Unternehmen in der Netzentgeltbefreiung ein wichtiges Signal für Investitionssicherheit. Angesichts des dynamisch wachsenden Speichermarktes seien verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen entscheidend, um geplante Projekte finanzieren und umsetzen zu können. Die Branche warnt daher davor, bestehende Privilegien infrage zu stellen, da dies den Ausbau dringend benötigter Speicherkapazitäten bremsen könnte.

Kommunen und Netzbetreiber könnten profitieren

Von zusätzlichen Speicherkapazitäten würden nicht nur Investoren profitieren. Auch Kommunen und Netzbetreiber sehen in Großspeichern zunehmend ein wichtiges Instrument zur Stabilisierung lokaler Stromnetze.

Gerade Regionen mit einem hohen Anteil an Photovoltaik- und Windkraftanlagen stehen vor der Herausforderung, große Mengen erneuerbaren Stroms effizient in die Netze einzubinden. Speicher können dabei helfen, Lastspitzen abzufedern und vorhandene Infrastruktur besser auszulasten. Dadurch lassen sich teilweise auch Netzausbaukosten reduzieren.

Markt für Großbatteriespeicher wächst rasant

Der deutsche Markt für Großbatteriespeicher befindet sich derzeit in einer dynamischen Wachstumsphase. Zahlreiche Projekte mit Leistungen im dreistelligen Megawattbereich wurden in den vergangenen Monaten angekündigt.

Branchenexperten erwarten, dass sich die installierte Speicherkapazität in Deutschland in den kommenden Jahren deutlich erhöhen wird. Neben der Netzstabilisierung gewinnen Speicher auch für den Stromhandel und die Bereitstellung von Systemdienstleistungen an Bedeutung.

Vor diesem Hintergrund wächst der politische Druck, Genehmigungsprozesse zu vereinfachen und regulatorische Hürden abzubauen.

Bundestag entscheidet über mögliche Nachbesserungen

Ob die Forderungen von BDEW und VKU im weiteren Gesetzgebungsverfahren berücksichtigt werden, bleibt abzuwarten. Im Bundestag werden die Vorschläge nun beraten.

Für die Energiewirtschaft hat die Entscheidung große Bedeutung. Speicher gelten als unverzichtbare Voraussetzung für ein klimaneutrales Energiesystem. Die Branche fordert deshalb Rahmenbedingungen, die Investitionen fördern und den zügigen Ausbau neuer Kapazitäten ermöglichen.

Fest steht: Mit dem weiteren Ausbau erneuerbarer Energien wird auch der Bedarf an Großspeichern weiter steigen. Die BauGB-Novelle könnte damit zu einem wichtigen Baustein für die zukünftige Entwicklung des deutschen Energiesystems werden.

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