
Es ist ein historischer Meilenstein für den weltweiten Solarmarkt im Jahr 2025. Der globale Photovoltaik-Zubau erreicht Rekordwert von 664 Gigawatt und überschreitet damit erstmals die Marke von drei Terawatt installierter Leistung. Während China den Markt weiterhin dominiert, wächst auch Europa. Gleichzeitig gewinnen Netzausbau und Batteriespeicher für die Energiewende weiter an Bedeutung.
Der weltweite Photovoltaik-Markt hat 2025 einen neuen Meilenstein erreicht. Laut dem aktuellen „Global Solar Market Outlook 2026–2030“ von SolarPower Europe wurden weltweit 664 Gigawatt (GW) neue Solarleistung installiert. Damit wuchs die global installierte Photovoltaik-Kapazität Anfang 2026 erstmals auf mehr als drei Terawatt (TW) an.
Trotz des Rekordzubaus blicken Branchenexperten mit Vorsicht auf das laufende Jahr. Erstmals seit mehr als 20 Jahren wird für den globalen Solarmarkt ein leichter Rückgang der Neuinstallationen erwartet. Als Gründe gelten unter anderem eine nachlassende Dynamik in wichtigen Märkten sowie Herausforderungen beim Netzausbau und der Integration erneuerbarer Energien.
Mit dem Zubau von 664 Gigawatt legte der weltweite Photovoltaik-Markt gegenüber 2024 nochmals deutlich zu. Das Wachstum fiel mit rund zwölf Prozent allerdings geringer aus als in den Vorjahren. 2023 hatte der Markt noch um 85 Prozent zugelegt, 2024 betrug das Wachstum 32 Prozent. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Solarbranche zwar weiterhin expandiert, sich der Markt jedoch zunehmend normalisiert.
Laut SolarPower Europe ist diese Entwicklung kein Zeichen einer nachlassenden Bedeutung der Solarenergie. Vielmehr stößt der rasante Ausbau in vielen Ländern inzwischen auf infrastrukturelle Grenzen. Engpässe bei den Stromnetzen, fehlende Speicherkapazitäten sowie zunehmende Abregelungen von Solaranlagen bremsen das Wachstum.
Den größten Anteil am weltweiten Photovoltaik-Ausbau hatte erneut China. Mit rund 382 Gigawatt neu installierter Leistung entfielen etwa 57 Prozent des globalen Zubaus auf die Volksrepublik. Dahinter folgt Indien mit 45,7 Gigawatt, das die USA als zweitgrößten Solarmarkt ablöste.
Europa installierte im Jahr 2025 insgesamt 81,6 Gigawatt neue Photovoltaik-Leistung. Das entspricht einem Plus von rund drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Deutschland behauptete dabei seine Spitzenposition innerhalb Europas und zählt weltweit weiterhin zu den wichtigsten Solarmärkten.
Auch andere Regionen legten zu. Im Nahen Osten und in Afrika stieg der Photovoltaik-Ausbau um mehr als 50 Prozent. In Nord- und Südamerika dagegen ging der Zubau gegenüber dem Vorjahr zurück.
Mit dem Rekordzubau wurde Anfang 2026 ein weiterer Meilenstein erreicht: Weltweit sind inzwischen mehr als drei Terawatt Photovoltaik-Leistung installiert. Bemerkenswert ist vor allem das Tempo der Entwicklung. Erst vor weniger als zwei Jahren wurde die Zwei-Terawatt-Marke überschritten, vier Jahre zuvor lag die installierte Leistung noch bei einem Terawatt.
Parallel wächst auch die Bedeutung der Solarenergie für die Stromversorgung. Nach Angaben von SolarPower Europe deckte Photovoltaik im Jahr 2025 bereits rund neun Prozent des weltweiten Strombedarfs. Damit entwickelt sich Solarenergie immer stärker zu einer tragenden Säule der globalen Energieversorgung.
Trotz der Rekordzahlen wird für 2026 ein leichter Rückgang der jährlichen Neuinstallationen erwartet. Hauptgrund sind politische Veränderungen in China sowie zunehmende Herausforderungen bei der Integration großer Mengen erneuerbarer Energien in die Stromnetze.
Die Branche steht damit vor einer neuen Entwicklungsphase. Nicht mehr allein der Ausbau der Erzeugungskapazitäten entscheidet über den Erfolg der Energiewende, sondern zunehmend auch der Ausbau von Stromnetzen, Batteriespeichern und flexiblen Verbrauchslösungen.
Ein zentraler Appell kommt von der Spitze des europäischen Branchenverbandes. So sagt Walburga Hemetsberger, CEO von SolarPower Europe:
„Das Zeitalter der Solarenergie ist fest etabliert. Mit einem weiteren Rekordjahr bei den Kapazitätszugängen im Jahr 2025 übertrifft die Solarenergie weiterhin alle anderen Energietechnologien.“
Hemetsberger weist zugleich darauf hin, dass der verlangsamte Ausbau ein deutliches Signal sei. Künftig müsse der Fokus stärker auf der Integration der Solarenergie in das Energiesystem liegen. Investitionen in Stromnetze, Batteriespeicher und andere Flexibilitätslösungen seien dafür unverzichtbar.
Auch wenn für 2026 ein vorübergehender Rückgang der Neuinstallationen erwartet wird, bleiben die langfristigen Aussichten ausgesprochen positiv. Nach dem mittleren Szenario des Global Solar Market Outlook 2026–2030 könnte der jährliche weltweite Photovoltaik-Zubau bis zum Jahr 2030 auf rund 864 Gigawatt steigen. Die weltweit installierte Gesamtleistung würde damit auf etwa 6,6 Terawatt anwachsen. Im optimistischen Szenario wären sogar bis zu 7,6 Terawatt möglich.
Für die Solarbranche bedeutet dies, dass die Nachfrage nach Photovoltaik-Anlagen, Batteriespeichern und intelligenten Energiesystemen trotz kurzfristiger Schwankungen hoch bleiben dürfte. Gleichzeitig wächst der Bedarf an Investitionen in Netzinfrastruktur und Speichertechnologien, damit die steigenden Strommengen aus erneuerbaren Energien effizient genutzt werden können.
Die aktuellen Zahlen unterstreichen damit eindrucksvoll die zentrale Rolle der Photovoltaik für die globale Energiewende. Während sich das Wachstumstempo etwas verlangsamt, entwickelt sich Solarenergie endgültig von einer stark geförderten Zukunftstechnologie zu einer tragenden Säule der weltweiten Stromversorgung.