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Januar 19, 2026

China streicht Export-Mehrwertsteuer-Rabatte für Photovoltaik

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China streicht Export-Mehrwertsteuer-Rabatte für Photovoltaik. Zum 1. April 2026 schafft China die Mehrwertsteuer-Exportvergünstigungen für Photovoltaikprodukte vollständig ab, teilt das Finanzministerium mit. Die bisherige Förderung stärkte chinesische Hersteller im globalen Preiswettbewerb. Vergünstigungen für Batterien werden schrittweise bis Anfang 2027 gestrichen.

China beendet Steuervergünstigungen für Photovoltaik-Exporte im April

China wird ab dem 1. April 2026 die Mehrwertsteuer-Exportvergünstigungen (VAT Export Rebate) für Photovoltaikprodukte vollständig abschaffen, teilt das chinesische Finanzministerium mit. Die Maßnahme betrifft eine zentrale Industriepolitik, die chinesischen Herstellern seit Jahren geholfen hat, auf dem Weltmarkt Preisdruck standzuhalten. Gleichzeitig werden Vergünstigungen für Batterieprodukte zunächst reduziert und dann bis Anfang 2027 komplett gestrichen.

Experten erwarten, dass dieser Richtungswechsel nicht nur die Exportkosten für Hersteller erhöhen, sondern auch die globale Wettbewerbslandschaft für Solarmodule, Zellen und Supply-Chain-Komponenten verändern wird. Es wird dabei mit weitreichenden Effekten für Preise, Lieferketten und strategische Beschaffungsentscheidungen gerechnet.

 

China streicht Export-Mehrwertsteuer-Rabatte – die Gründe

Die Export-Mehrwertsteuervergünstigung erlaubte chinesischen Produzenten lange Zeit, die gezahlte Mehrwertsteuer auf exportierte PV-Produkte zurückzuerhalten, was einen wesentlichen Kostenvorteil darstellte. Diese Export-Rebates wurden ursprünglich eingeführt, um das Wachstum der heimischen Photovoltaik-Industrie zu unterstützen und die globale Marktpräsenz auszubauen.

Das Erreichen einer hohen Produktionskapazität und der anhaltende Preisdruck haben mittlerweile jedoch strukturelle Herausforderungen geschaffen: Überkapazitäten, zunehmender Wettbewerbsdruck und handelspolitische Spannungen mit internationalen Partnern. Chinas Regierung sieht daher weniger Bedarf an volumenorientierten Exportsubventionen und will stattdessen technologischen Fortschritt sowie eine nachhaltigere Industrieentwicklung fördern.

Konkrete Änderungen im Überblick

Ab dem 1. April 2026 entfallen die bisherigen Mehrwertsteuer-Exportrabatte für Photovoltaikprodukte vollständig. Betroffen sind zentrale Vorprodukte und Enderzeugnisse der Solarindustrie, darunter Wafer, Solarzellen und Solarmodule. Für Hersteller bedeutet dies eine unmittelbare Veränderung der Exportkalkulation, da Preisvorteile gegenüber internationalen Wettbewerbern wegfallen und Margen neu bewertet werden müssen.

Für Batterieprodukte sieht die Regelung einen gestaffelten Übergang vor. Die Exportrabatte sinken zunächst von bislang 9 Prozent auf 6 Prozent im Zeitraum zwischen April und Dezember 2026 und laufen zum 1. Januar 2027 vollständig aus. Dieser Übergangszeitraum verschafft Herstellern und Handelspartnern begrenzten Anpassungsspielraum, insbesondere mit Blick auf Exportzeitpunkte, Vertragsgestaltung und die strategische Ausrichtung internationaler Lieferketten.

Marktreaktionen und Lieferketten-Effekte

Viele Analysten gehen davon aus, dass die Ankündigung kurzfristig zu einem Exportvorzieheffekt führen könnte. Konkret heißt das, Hersteller könnten versuchen, Lieferungen in das erste Quartal 2026 vorzuverlagern, um noch vom bisherigen Steuervorteil zu profitieren. Langfristig dürfte der Wegfall der Vergünstigungen zu steigenden Exportpreisen führen.

Da die Mehrwertsteuer nun nicht mehr erstattet wird, werden Hersteller wahrscheinlich einen Teil dieses Kostenanstiegs in ihre Preise einkalkulieren müssen. Importierende Unternehmen und Projektierer könnten dadurch mit höheren Beschaffungskosten für Solarmodule und Komponenten konfrontiert werden.

Ein weiterer erwarteter Effekt ist eine Neujustierung globaler Lieferketten. Regionen mit bestehenden Fertigungskapazitäten außerhalb Chinas könnten für internationale Abnehmer attraktiver werden, da dort keine vergleichbaren Steueränderungen zu erwarten sind. Gleichzeitig könnte dies Regionen begünstigen, die durch lokale Produktion und höhere Wertschöpfung ihre Position im Photovoltaikmarkt ausbauen.

 

Was sagen Experten dazu, dass China Export-Mehrwertsteuer-Rabatte streicht?

Branchenbeobachter sehen sowohl Chancen als auch Risiken in der neuen Politik. Ge Yuyu, Associate Professor am Shanghai National Accounting Institute, betont gegenüber Yicai Global, dass die Anpassung Teil einer strategischen Neuausrichtung des Industriesektors sei:

„Diese Anpassung wird nicht nur die Wettbewerbsstruktur im Ausland beeinflussen, sondern auch Anreize für technische Innovationen und industrielle Konsolidierung innerhalb Chinas setzen. Hersteller müssen sich weniger auf volumenbasierten Exportwachstum und stärker auf hochwertige Fertigung konzentrieren.“

Dieser Ansatz könnte mittel- bis langfristig dazu beitragen, Chinas PV-Industrie resilienter zu machen. Allerdings warnen einige Analysten davor, dass Preisvolatilität und nachfragebedingte Schwankungen im globalen Solarmarkt zunehmen könnten, insbesondere in Regionen, die stark von chinesischen Exporten abhängig sind.

Internationale Auswirkungen: Europa, USA und Schwellenländer

Die Abschaffung der Exportsteuervergünstigungen wird auch in anderen Märkten aufmerksam beobachtet. In Europa und den USA ist die Lieferkette für Solarmodule stark mit chinesischen Komponenten verknüpft. Ein Anstieg der Exportkosten könnte dort zu Neuverhandlungen von Lieferverträgen, Anpassungen der Ausschreibungsergebnisse und strategischen Beschaffungswechseln führen.

Für Hersteller außerhalb Chinas könnten sich neue Chancen ergeben: Indische, südostasiatische oder europäische Fertigungsstandorte könnten von Wettbewerbsvorteilen profitieren, wenn chinesische Exporteals relativ teurer wahrgenommen werden. Dies könnte die Diversifizierung von Lieferketten beschleunigen und den Druck auf globale Produktionsnetzwerke erhöhen.

Ausblick: Marktanpassung und neue Strategien

Die Abschaffung der Mehrwertsteuer-Rebates markiert einen Wendepunkt für den globalen Photovoltaikmarkt. In den kommenden Monaten dürften sich Marktteilnehmer verstärkt mit Preisgestaltung, Lagerstrategien und langfristigen Beschaffungsplanungen befassen. Gleichzeitig könnten sich technologische Innovationen und Qualitätsführerschaft als entscheidende Differenzierungsfaktoren im Wettbewerb etablieren.

Kurzfristig dürfte ein deutliches Augenmerk auf den Exportströmen im ersten Quartal 2026 liegen, bevor die Steuervergünstigungen vollständig entfallen. Danach wird sich zeigen, wie stark die Preisanpassungen in Endkundenpreise und Projektkalkulationen durchschlagen.

Die Nachricht, China streicht Export-Mehrwertsteuer-Rabatte, könnte längerfristig ein Anstoß für eine strukturelle Konsolidierung der Branche und eine nachhaltigere, technologiegetriebene Entwicklung sein. Eventuell hat das auch Auswirkungen, die über einzelne Märkte hinausreichen und das geopolitische Gleichgewicht der sauberen Energiewirtschaft beeinflussen.

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