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Februar 2, 2026

Massive Zunahme von Photovoltaik und Batteriespeichern von Verteilnetzbetreibern bis 2045 erwartet

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Deutsche Verteilnetzbetreiber erwarten bis 2045 eine massive Zunahme von Photovoltaik und Batteriespeichern und damit einen tiefgreifenden Wandel der Stromnetze. Die installierte Photovoltaik-Leistung soll sich nahezu vervierfachen, während der Ausbau von Batteriespeichern um das 34-Fache zunimmt. Welche Herausforderungen und Chancen bieten sich dadurch für Netzausbau, Versorgungssicherheit und die Energiewende?

Regionalszenarien zeigen neue Dimension des Solar-Ausbaus

Die deutschen Verteilnetzbetreiber rechnen in den kommenden zwei Jahrzehnten mit einem beispiellosen Ausbau der Photovoltaik. Nach aktuellen Regionalszenarien soll die installierte PV-Leistung bis zum Jahr 2045 auf rund 425 Gigawatt ansteigen.

Im Vergleich zum heutigen Bestand würde sich die Leistung damit nahezu vervierfachen. Die Prognose stammt aus einer gemeinsamen Analyse der größten Verteilnetzbetreiber und wurde Ende Januar veröffentlicht.

Die Szenarien dienen als zentrale Grundlage für die langfristige Netzplanung. Sie zeigen, welche Anschlussleistungen künftig in den regionalen Stromnetzen erwartet werden und welche Investitionen erforderlich sind, um Versorgungssicherheit und Netzstabilität zu gewährleisten.

Dabei wird deutlich, dass der Ausbau der Photovoltaik nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern eng mit Speichern, neuen Verbrauchern und der Digitalisierung der Netze verknüpft ist.

Batteriespeicher als zentraler Baustein der Energiewende

Besonders auffällig ist der erwartete Zuwachs bei Batteriespeichern. Laut den Prognosen könnte sich die angeschlossene Speicherleistung bis 2045 um den Faktor 34 erhöhen. Während Batteriespeicher im Verteilnetz heute noch nicht die Rolle spielen, die ihnen zukommt, werden sie in den kommenden Jahrzehnten zu einem zentralen Element der Systemstabilität.

Großspeicher sollen Lastspitzen abfangen, erneuerbare Erzeugung besser integrieren und helfen, das Stromangebot zeitlich zu verschieben. Gleichzeitig wächst auch die Zahl kleinerer Speicher in Haushalten und Gewerbebetrieben, die in Kombination mit Photovoltaik-Anlagen installiert werden. Diese Entwicklung erhöht die Komplexität der Netze erheblich und stellt neue Anforderungen an Steuerung, Prognose und Betrieb.

Netzausbau wird zur zentralen Herausforderung der Energiewende

Der starke Ausbau von Photovoltaik, Batteriespeichern und neuen elektrischen Verbrauchern stellt die deutschen Verteilnetze vor tiefgreifende Veränderungen. Während erneuerbare Energien zunehmend dezentral erzeugt werden, steigen zugleich die Anforderungen an Netzstabilität, Steuerbarkeit und Investitionen. Branchenvertreter warnen daher vor einem enormen Handlungsbedarf in den kommenden Jahren.

Diese Entwicklung kommentiert Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), folgendermaßen:

„Die Verteilnetzbetreiber stehen angesichts des massiven Ausbaus erneuerbarer Energien, der Elektromobilität und der Batteriespeicher vor einer echten Herkulesaufgabe“.

Die Aussage verdeutlicht, dass der Erfolg der Energiewende nicht allein vom Zubau neuer Erzeugungsanlagen abhängt. Entscheidend ist ebenso, ob es gelingt, die Verteilnetze rechtzeitig auszubauen, zu digitalisieren und flexibel zu gestalten. Ohne entsprechende Investitionen und verlässliche politische Rahmenbedingungen drohen Engpässe, die den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien ausbremsen könnten.

Massive Zunahme von Photovoltaik und Batteriespeichern – neue Verbraucher sind die Treiber

Neben der Photovoltaik tragen auch neue Verbraucher erheblich zum steigenden Leistungsbedarf bei. Elektromobilität, Wärmepumpen, Rechenzentren und die zunehmende Elektrifizierung industrieller Prozesse führen dazu, dass deutlich mehr Strom durch die Verteilnetze fließen muss als bisher.

Die Regionalszenarien berücksichtigen diese Entwicklungen und zeigen, dass die Netze nicht nur mehr Leistung aufnehmen, sondern auch flexibler reagieren müssen. Insbesondere die Gleichzeitigkeit von Erzeugung und Verbrauch stellt eine Herausforderung dar, da Solarstrom vor allem mittags anfällt, während viele Verbrauchsspitzen zu anderen Tageszeiten entstehen.

Investitionsbedarf und regulatorische Rahmenbedingungen

Um die erwarteten Zubauraten bewältigen zu können, sind umfangreiche Investitionen notwendig. Verteilnetzbetreiber gehen davon aus, dass Milliardenbeträge in den Ausbau und die Modernisierung der Netzinfrastruktur fließen müssen. Dazu zählen neue Leitungen, leistungsfähigere Transformatoren sowie digitale Systeme zur Netzüberwachung und -steuerung.

Darüber hinaus fordert die Branche verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen. Langfristige Planungssicherheit, angepasste Anreizsysteme und schnellere Genehmigungsverfahren gelten als entscheidende Faktoren, um den notwendigen Netzausbau rechtzeitig umzusetzen. Ohne diese Voraussetzungen drohen Engpässe, die den Ausbau erneuerbarer Energien ausbremsen könnten.

Bedeutung für Photovoltaik-Markt und Investoren

Für den Photovoltaik-Markt senden die Prognosen ein klares Signal. Der langfristige Ausbaupfad unterstreicht, dass Solarenergie eine tragende Säule der künftigen Stromversorgung sein wird. Projektierer, Investoren und Flächeneigentümer können sich auf anhaltend hohe Nachfrage einstellen.

Gleichzeitig gewinnen netzdienliche Konzepte an Bedeutung. Anlagen mit Speichern, intelligenter Steuerung oder flexiblen Einspeisemodellen könnten künftig bevorzugt angeschlossen werden. Auch Geschäftsmodelle rund um Direktvermarktung, Flexibilitätsmärkte und Speicherbetrieb dürften weiter an Bedeutung gewinnen.

Langfristige Perspektive bis 2045

Die Prognose der Verteilnetzbetreiber zeigt, wie tiefgreifend sich das deutsche Energiesystem in den kommenden Jahrzehnten verändern wird. Eine nahezu vervierfachte Photovoltaik-Leistung und ein massiver Ausbau von Batteriespeichern sind zentrale Bausteine auf dem Weg zur Klimaneutralität.

Ob diese Entwicklung erfolgreich umgesetzt werden kann, hängt maßgeblich vom Zusammenspiel zwischen Politik, Netzbetreibern, Wirtschaft und Gesellschaft ab. Klar ist jedoch: Ohne leistungsfähige Verteilnetze wird die Energiewende nicht gelingen.

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