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März 12, 2026

Studie: Auch normale Solarparks als Weideland nutzbar

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Eine neue Studie zeigt, dass auch klassische Solarparks als Weideland genutzt werden können. Die Flächen bieten ausreichend Futter für Schafe und Rinder und ermöglichen eine doppelte Nutzung: Stromproduktion und Landwirtschaft. Das könnte die Akzeptanz von Photovoltaik deutlich erhöhen.

Neue Forschung stellt Flächenkonkurrenz zwischen Landwirtschaft und Photovoltaik infrage

Der Ausbau von Solarparks steht häufig in der Kritik, wertvolle landwirtschaftliche Flächen zu blockieren. Eine aktuelle Studie zeigt nun jedoch, dass diese Sorge möglicherweise übertrieben ist. Laut einem Forschungsbericht des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (bne) können auch konventionelle Solarparks gleichzeitig als Weideland genutzt werden. Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten, Landwirtschaft und erneuerbare Energie miteinander zu verbinden.

Die Ergebnisse liefern neue Argumente in der Debatte um die Flächennutzung für Photovoltaik. Demnach könnten viele bestehende Solarparks bereits heute doppelt genutzt werden, ohne aufwendige Spezialanlagen wie Agri-Photovoltaik installieren zu müssen.

Solarparks bieten ausreichend Futter für Weidetiere

Im Rahmen der Studie untersuchten Forschende mehrere Solarparks in Deutschland. Ziel war es herauszufinden, ob die Vegetation unter und zwischen den Solarmodulen für Nutztiere geeignet ist. Das Ergebnis fällt positiv aus: Das dort wachsende Grünland weist eine ausreichende Qualität als Futter für Weidetiere auf.

Insbesondere Schafe und Rinder könnten demnach problemlos auf diesen Flächen gehalten werden. Die Tiere profitieren von den schattigen Bereichen unter den Modulen, während gleichzeitig die Flächen gepflegt werden. Durch die Beweidung bleibt die Vegetation kurz, wodurch auch die Wartung der Anlagen erleichtert wird.

Der Geschäftsführer des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (bne), Robert Busch, betont die Bedeutung dieser Entwicklung:

„Wir müssen Klima, Naturschutz, Landwirtschaft und Wirtschaftlichkeit miteinander verbinden. Solarparks sind das beste Beispiel dafür. Zwischen Heuschrecken und Feldlerchen steht Hightech, die Haushalte und Industrie mit günstigstem Strom versorgt.“

Auch normale Solarparks als Weideland nutzbar mit Vorteilen für Energie und Landwirtschaft

Die gleichzeitige Nutzung von Solarparks als Weideland könnte mehrere Vorteile bringen. Zum einen bleibt die Fläche weiterhin landwirtschaftlich nutzbar. Zum anderen profitieren Betreiber von Photovoltaikanlagen von geringeren Pflegekosten.

In vielen Solarparks muss die Vegetation regelmäßig gemäht werden, damit sie die Module nicht beschattet. Wenn stattdessen Weidetiere eingesetzt werden, übernehmen sie diese Aufgabe auf natürliche Weise. Gleichzeitig entsteht eine zusätzliche Einkommensquelle für Landwirte, die ihre Tiere auf solchen Flächen halten können.

Auch aus Sicht der Energiewirtschaft könnte diese Form der Flächennutzung ein wichtiger Baustein für den Ausbau der Photovoltaik sein. Deutschland hat ehrgeizige Ziele beim Ausbau erneuerbarer Energien. Um diese zu erreichen, werden zusätzliche Flächen benötigt. Studien zeigen, dass der Ausbau der Solarenergie eine zentrale Rolle in der zukünftigen Energieversorgung spielen wird.

Wenn Solarparks gleichzeitig landwirtschaftlich genutzt werden können, könnte dies die Akzeptanz solcher Projekte deutlich erhöhen.

Unterschied zur Agrivoltaik

Bisher galt vor allem die sogenannte Agrivoltaik als Lösung für die kombinierte Nutzung von Energieproduktion und Landwirtschaft. Bei dieser Technologie werden Solarmodule so installiert, dass darunter weiterhin Ackerbau oder Viehhaltung möglich ist.

Allerdings sind solche Anlagen technisch aufwendiger und oft deutlich teurer als herkömmliche Freiflächen-Solarparks. Die neue Studie zeigt nun, dass eine doppelte Nutzung auch ohne spezielle Konstruktionen möglich ist. Schon klassische Solarparks bieten offenbar ausreichend Platz und geeignete Vegetation, um als Weideflächen zu dienen.

Damit könnte ein Teil der Vorteile der Agrivoltaik auch mit bestehenden Anlagen erreicht werden.

Auch mehr Biodiversität in Solarparks möglich

Neben der landwirtschaftlichen Nutzung könnten Solarparks auch positive Auswirkungen auf die Umwelt haben. Untersuchungen zeigen, dass Photovoltaik-Freiflächenanlagen teilweise sogar zur Förderung der Artenvielfalt beitragen können.

In einigen Studien wurden in Solarparks eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten nachgewiesen. Die Flächen bieten Lebensräume, die in intensiv bewirtschafteten Agrarlandschaften oft fehlen.

Wenn diese Gebiete zusätzlich als Weideland genutzt werden, könnten sie eine besonders nachhaltige Form der Landnutzung darstellen. Die Kombination aus Energieproduktion, Landwirtschaft und Naturschutz könnte somit mehrere Ziele gleichzeitig erfüllen.

Beitrag zur Energiewende

Der Ausbau der Photovoltaik gehört zu den wichtigsten Bausteinen der Energiewende. Gleichzeitig wächst jedoch die Diskussion über den Flächenbedarf großer Solarparks.

Kritiker argumentieren häufig, dass landwirtschaftliche Flächen für die Lebensmittelproduktion erhalten bleiben müssen. Die neuen Ergebnisse könnten diese Debatte jedoch verändern.

Wenn Solarparks gleichzeitig als Weideland genutzt werden können, entsteht eine sogenannte Doppelnutzung der Fläche. Energieerzeugung und Landwirtschaft schließen sich dann nicht mehr gegenseitig aus.

Gerade für Regionen mit intensiver Landwirtschaft könnte dies eine wichtige Perspektive sein. Landwirte könnten von zusätzlichen Einnahmen profitieren, während gleichzeitig erneuerbare Energie produziert wird.

Die Erkenntnis: Solarparks und Landwirtschaft müssen keine Gegensätze sein

Die neue Studie des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft liefert wichtige Erkenntnisse für die Diskussion über Photovoltaik auf landwirtschaftlichen Flächen. Sie zeigt, dass selbst konventionelle Solarparks mehr leisten können als bisher angenommen, weil sie neben der Stromproduktion auch weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden können.

Wenn Solarparks als Weideland dienen, entsteht eine Doppelnutzung der Fläche. Während die Anlagen erneuerbaren Strom erzeugen, können Schafe oder Rinder die Vegetation zwischen den Modulen fressen und gleichzeitig die Flächen pflegen. Das senkt Pflegekosten für Betreiber und eröffnet Landwirten zusätzliche wirtschaftliche Perspektiven.

Damit könnte ein Teil der Konflikte um Flächennutzung entschärft werden. Die Kombination aus Energieerzeugung, Landwirtschaft und möglichen ökologischen Vorteilen zeigt, dass Solarparks künftig eine wichtige Rolle in einer nachhaltigeren und multifunktionalen Landnutzung spielen können.

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